Geschichte

Geschichte des SC Bad Kleinkirchheims

Der Schiclub Bad Kleinkirchheim ist ein Sportclub mit einer langen Tradition, wobei sich Freunde und Gleichgesinnte immer wieder gerne treffen. So mag wohl auch die Gründung im Jahre 1947 eine recht eigenwillige gewesen sein. Die Kriegsheimkehrer wollten die Gräuel vergessen und ihre Kameradschaft im Sport weiterpflegen. Viele gemeinsame Touren und winterliche Wanderungen wurden dann in der Gasthausküche besprochen.

Eine nicht unwesentliche Rolle hat dabei die „Kuchl“ beim Gasthaus „Mauerwirt“ gespielt. Die „Ortner-Buabn“ und die alten Haudegen des Ortes fanden sich dort ein und erzählten sich von ihren winterlichen Abenteuern. Einer mag dann wohl die rühmliche Idee gehabt haben, doch einen Schiclub zu gründen, um den Wintersport zu pflegen. Aufstiegshilfen, was war das zu dieser Zeit? Zu Fuß auf den Berg, eventuell mit Steigfellen am Schi. Autos fuhren damals auch noch ganz wenige, und dennoch gab es schon Schirennen. Die Eschenschi, Modell BRÜCKLER, wurden geschultert und auf ging’s z.B. auf die Kaiserburg, die Brunnach oder sogar auf die Turracherhöhe zum Schirennen. Nach stundenlangem Aufstieg wurde dann noch das Rennen um den „Goldenen Hirsch“ gefahren. „Schneidige Hund“, waren sie allesamt unsere damaligen Rennläufer. Die Trophäen können heute noch bei Sepp ORTNER (aus dem Jahr 1951) und bei Hani MITTERER (von den Jahren 1952 und 1953) besichtigt werden.

Uhrenvergleich (einfache Taschenuhren) zwischen dem Starter und dem Zeitnehmer im Tal, dann stieg der Starter mit den Läufern auf die Kaiserburg. Das hohe Kampfgericht wartete unterdessen im Gasthaus die Startzeit ab. Während des Aufstieges wurde die Piste „präpariert“ oder „gebrettelt“, wie man damals sagte. Die Strecke wurde während des Aufstieges studiert. Links oder rechts an einem bestimmten Baum vorbei, das war oft die entscheidende Frage. Äste wurden abgehackt, die der „Ideallinie“ hätten hinderlich sein können. Zumindest ein Sturz war für das Rennen aber immer eingeplant.

Wenn es gut ging, hatte das Kampfgericht rechtzeitig das Gasthaus verlassen und war noch vor dem ersten Rennläufer im Zielraum, ansonsten wurde die Zeit mit guter „Handstoppung“ auch während des Anmarsches genommen. So unter dem Motto: „Håst du ihn?“ „Na!“ „Dånn nimm ich ihn!“ Für die damalige „Jury“ war aber nicht nur ausschließlich die Zeit über Sieg und Niederlage entscheidend, sondern auch die Anzahl der Stürze. Zehntel oder gar hundertstel Sekunden konnten nicht gemessen werden. Für die Rennläufer war das Dabeisein mit gleichgesinnten Freunden die Hauptsache.

Wer kann sich an die Schanze unterhalb der sogenannten „Laaskante“ noch erinnern? Wilde Abfahrten und Rennen waren den Burschen noch nicht genug, sie jagten auch noch über Schanzen. Auch in St. Oswald wurde nach einem geeigneten Hang Ausschau gehalten. Schöner als Rennen zu fahren, war natürlich das „Fliegen“. Die Normalschi taten es dabei auch, Sprungschi gab es noch keine. Den Seilzug aus den Tiefzughaken und ein eleganter „Telemark Aufsprung“ war eine ganz normale Sache.

Die ersten Stunden und Jahre des Schiclubs dürften wohl die schönsten gewesen sein. Der erste Kaiserburg-Abfahrtslauf wurde am 03.02.1948 durchgeführt, der erste Sieger in der Clubgeschichte war Sepp ORTNER. Der erste Obmann des Clubs war Kom.-Rat. Reinhard PULVERER, ihm folgen als Obmänner Sepp HINTEREGGER, Anton MITTERER, Johann GALLOB, Dir. Franz EGGER und Prof. Sepp ORTNER. Die Brüder Walter und Reinhold GRUBER waren gemeinsam über 31 Jahre für die Geschicke des Clubs verantwortlich. Walter GRUBER stand dem Verein 12 Jahre als Obmann vor, ihm gelang es die Anzahl der Mitglieder im Jahr 1966 bereits auf 210 (120 Erwachsene sowie 90 Jugendliche) zu erhöhen. Reinhold GRUBER brachte es als längst dienender Obmann auf sagenhafte 19 Jahre. In seine Ära fällt auch der steile Aufschwung des Vereines. Beim Europacuprennen 1971 feierte im Abfahrtslauf Franz KLAMMER seinen ersten großen Sieg. Daher wurde die K70, diese Bezeichnung deutet auf die ursprüngliche Erstellung im Jahr 1970 hin, in FIS K70 Franz Klammer umbenannt. Dieses Ereignis war auch der Start für Schigroßveranstaltungen südlich des Alpenhauptkammes.

Im Jahr 1974 wurde aus einer Idee von Prof. Sepp ORTNER, der Schulversuch an der Volksschule Bad Kleinkirchheim gestartet. Der Schulversuch wurde nach der Übergabe durch Prof. Sepp Ortner von den Lehrkräften Eckart WINKLER, Peter FUNDER und Robert RAINER geleitet. Läufer, die technisch schon sehr weit gediehen waren, kamen in die weiterführende „Skirennschule“, wobei es Heidi RIEDLER sogar an die europäische Spitze brachte.

Die Mitgliederzahlen explodierten – bei der Jahreshauptversammlung 1975 zählte der Verein 1.193 Mitglieder, im Jahr 1976 hatte der Verein bereits 1.564 Mitglieder (davon 996 Erwachsene, 224 Jugendliche und 344 Schüler). Vom SC BKK war Manfred BRUNNER im ÖSV A-Kader, Wolfram ORTNER im ÖSV-Nachwuchskader und Leopold GRUBER bei den Profis vertreten.

Neben der Ausrichtung von FIS- und EC-Rennen steigt der Verein in die Oberliga auf und veranstaltet zahlreiche Weltcuprennen. 1978 bestand der Club die Feuertaufe: zwei Weltcup-Abfahrtsläufe der Damen standen am Programm. Bad Kleinkirchheim und der Verein bestanden diese Prüfung mit Bravour. Am 22. Februar 1987 wurde mit dem „Römerlauf“, auch erstmals ein Volkslanglauf mit über 400 Teilnehmern ausgetragen.

Nach dieser langen Ära der Gruber-Brüder folgten Christian BRUNNER und Josef PULVERER als Obmänner. Im Jahr 2000 übernahm Peter Michel PERTL die Leitung des Schiclubs. Durch generalstabsmäßige Planungsarbeiten und der Zusammenarbeit mit Tourismusverband, Kurgemeinde und Bergbahnen erlebte der Schiclub einen neuerlichen Aufschwung. Durch regelmäßige Austragungen von FIS-Rennen, schaffte es der Verein, im Jänner 2005 ein perfektes Europacuprennen zu veranstalten. Dabei wurde die 2003 erbaute Franz-Klammer-Strecke zum ersten Mal im Renntempo befahren. Dieses wichtige Rennen ermöglichte es dem Club, im Weltcup-Veranstaltungskalender der Damen (mit den Speed-Bewerben vom 11. -15.01.2006, 2 Abfahrten und 1 Super-G) wieder Fuß zu fassen. Die Herren feierten am 08. und 09.12.2007 ihr Comeback mit je einem Riesentorlauf und Slalom. Als einziger Austragungsort im südlichsten Bundesland Österreichs, durfte Bad Kleinkirchheim am 07. und 08. Jänner 2012 die schnellsten Damen zu einer Abfahrt und einem Super-G begrüßen. Im kommenden Winter sind die schnellsten Damen wieder mit einer Abfahrt und einem Super-G am 10. und 11. Jäner 2015 in Bad Kleilnkirchheim.

Franz RAUTER und Leopold GRUBER wurden auf ihrem Weg in den Weltcup geführt. Im Jahr 1967 stellte der Club seinen ersten hauptberuflichen Trainer Hermann WÖLFLER an. Im Jahr 1969 führte WÖLFLER den Wiesenslalom in Bad Kleinkirchheim ein, dieser Slalom wurde im Sommer für die Rennläufer ausgetragen. Es wurde durch die hiesige Feuerwehr die Rennpiste mit Wasser bewässert, die Teilnehmer fuhren mit den gewöhnlichen Skiern welche mit Schmierseife gewachselt wurden. Der letzte Wiesenslalom wurde im Sommer 2000 ausgetragen. Unter WÖLFLERS Führung gelang es, die beiden späteren Weltcupläufer Wolfram ORTNER und Manfred BRUNNER an die Spitze im österreichischen Schisport zu bringen. Viele weitere Titel für den SC BKK (Österreichische/r Meister/in, Kärntner Meister/in etc.) gewannen die Läufer(innen): Franz RAUTER, Ulrike WIESER, Heidi RIEDLER, Sepp ORTNER (12-facher Masters Weltmeister), Reinhold und Walter GRUBER, Harald KRENN (Vize-Junioren- Weltmeister), Siegfried UNTERLERCHNER, Frank GRUBER (welcher seine Karriere auch in Amerika bei den Profis startete), Guido LOBNIG, Cornelia WINKLER, Robert POPPERNITSCH (ÖSV-Nachwuchskader), Anna WIEGELE und viele andere mehr.

Weitere Trainer in der Erfolgsgeschichte des Schiclub sind: Franz WIEDMANN, Sepp und Wolfram ORTNER, Felix BURGER, Manfred BRUNNER, Robert POPPERNITSCH und der jetzige alpine Trainer Alfred HOPFGARTNER sowie der nordische Trainer Peter HINTEREGGER und Waldemar SCHABUS.

Im aktuellen Rennbetrieb werden im alpinen Bereich 52 Rennläufer von den 6 Trainern Alfred HOPFGARTNER (Cheftrainer), Anna WIEGELE, Josef EBNER, Alexius KRAKER, Hans-Jörg ASCHBACHER und Mojca ASCHBACHER betreut. In der nordischen Sektion werden die 12 Kinder und Jugendlichen aktuell von 2 Trainern (Peter HINTEREGGER und Wolfgang SCHABUS) betreut.

Ein herzliches Vergelt’s Gott an Herrn Prof. Sepp ORTNER, Reinhold, Barbara und Walter GRUBER, die uns bei der gesamten historischen Aufzeichnung mit zahlreichen Auskünften sehr hilfreich zur Seite gestanden sind!

Für diese Zusammenfassung wurden diverse Aufzeichnungen von Hr. Prof. Sepp ORTNER und den Kirchheimer Heimatbüchern entnommen.